Poker-Grundlagen: Boardtextur
Ist der Flop wet oder dry? Wer keine Ahnung hat, was das bedeuten soll, dem helfen wir mit unserem Anfängerartikel zur Bedeutung der Boardtextur auf die Sprünge.

Wer sich je gefragt hat, was mit einem "Wet Flop" oder "Dry Flop" gemeint ist, ist nicht alleine. Beide Begriffe beziehen sich beim Poker auf die sogenannte "Boardtextur".
Die Boardtextur weist im Kern darauf hin, wie wahrscheinlich es ist, dass die Spieler eine bedeutende Hand nach Austeilen von Flop, Turn und/oder River getroffen haben. Es ist wichtig, dass man als Spieler in der Lage ist, die Boardtextur zu erkennen, da sie erheblichen Einfluss auf die eigene Strategie haben sollte.
"Wet" ist eine Boardtextur, wenn viele Startkarten damit höchstwahrscheinlich eine bessere Hand treffen konnten. Das ist der Fall, wenn die Community-Karten in einer Weise verbunden sind, die Spielern ein oder mehrere Paare, einen Straightdraw, einen Flushdraw oder eine noch bessere Hand ermöglichen.
Der Flop im obigen Bild ist ein gutes Beispiel. Er kann vielen starken Starthänden wie AQ, AT, KQ, QT oder JT ein oder zwei Paare beschert haben. Darüber hinaus ist auch ein Straightdraw mit Händen wie AK, AJ, KJ, J9, J8, J9 möglich, zudem hat jede Starthand mit zwei Herzkarten einen Flushdraw getroffen. Derweil haben auch TT, QQ, KK und AA auf solch einem Board eine sehr starke Hand.
Trockene Flops

"Dry" ist ein Flop hingegen, wenn die Boardtextur kaum verbunden ist und nur wenige Startkarten eine bessere Hand treffen konnten. Häufig ist dabei die beste Hand vor dem Flop auch noch die beste Hand nach dem Flop.
Das Beispiel rechts zeigt einen solchen drawarmen Flop. Weder Straight- noch Flushdraw sind auf diesem Flop unmittelbar möglich, egal welche Starthand man hält. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass ein Gegner mit einer Hand gestartet ist, die ihm auf dem Flop ein Two Pair beschert. Die besten Hände auf einem solchen Flop beschränken sich auf Sets, Overpairs oder einzelne Paare.
Auf drawlastigen Flops kann man im Normalfall aggressiv mit einer starken Hand agieren und große Bets setzen, da der Gegner mit vielen Draws callen kann, gegen die man vorne liegt. Tatsächlich will man mit einer starken getroffenen Hand auf solch einem Board keine Turn- oder Riverkarten gratis vergeben, da man immer Gefahr läuft, ausgedrawt zu werden. Hat man derweil selbst einen Draw erwischt, macht es häufig Sinn zu versuchen, ihn zu treffen, da man dann aller Voraussicht nach einen sehr großen Pot eintüten wird.
Bei drawarmen, trockenen Flops kommt es für gewöhnlich eher zu Situationen der Güte "Way ahead, way behind", bei denen die Stärke der eigenen Hand sehr polarisiert ausfällt. Bluffs werden entsprechend häufiger funktionieren, während man mit einer starken getroffenen Hand häufig kleiner setzen sollte, um so viel wie möglich aus dem Gegner zu quetschen, da die Ranges deutlich weniger potenziell starke Hände treffen und ein Call unwahrscheinlicher wird.