Poker-Grundlagen: Welchen Einfluss hat der Rake?
Nichts am Pokertisch ist sicher – außer der Rake. Doch wie berechnet sich eigentlich die Zwangsabgabe an den Anbieter und welchen Einfluss hat er auf das Spiel?

Im Gegensatz zu Casinospielen ist Poker ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem man gegen andere Spieler antritt und nicht gegen das Haus. Wie gewährleistet das Casino nun seinen Profit, wenn die Spieler gegeneinander antreten?
Hierfür erhebt das Casino eine Gebühr, den sogenannten Rake. Bei Cashgames wird dazu ein kleiner Prozentsatz des Pots abgeführt, bei Turnieren wird eine Gebühr auf das Buy-in erhoben.
Bei einem Cashgame werden im Schnitt 5% des Pots als Rake abgeführt, dabei ist die Höhe des maximal abgeführten Betrags begrenzt. So wird bei einem Cashgame mit Blinds von $1/$2 eine Gebühr in Höhe von 5% des Pots verlangt, mit einer Obergrenze von $3. Bei einem Pot von $10 behält das Casino also eine Gebühr von $0.50 ein. Liegen $80 im Pot wird die Obergrenze des Rakes hingegen auf $3 limitiert. Einige Anbieter erheben keinen Rake, wenn die Hand vor dem Flop entschieden wird. Hierbei spricht man von 'No flop, no drop'.
Bei einem $100-Turnier setzt sich das Buy-in aus dem Einsatz von $90 und einer Gebühr von $10 zusammen, sodass nur $90 in den Preispool einfließen. Wird bei einem Turnier der garantierte Preispool verfehlt, verpflichtet sich der Anbieter, die fehlenden Startgebühren selbst zu tragen.
Der Rake kann den Unterschied ausmachen zwischen Gewinnen und Verlieren

Bis heute ist es noch keinem Anbieter gelungen, eine Alternative zum Rake-Modell zu entwickeln. Daher wird es wahrscheinlich auch weiterhin Bestand haben. Beim Live-Poker kommt es vor, dass die Spieler dem Anbieter stündlich eine fixe Gebühr zahlen. Das Besteuern des Pots ist jedoch deutlich beliebter, da den Spielern diese geringe Gebühr scheinbar weniger auffällt.
Die meisten Spieler sind der Meinung, der Rake sei zu hoch, wodurch häufig hitzige Debatten entstehen.
Durch zu hohen Rake kann Poker unprofitabel werden. So wird ein Spieler, der Turniere mit einem ROI von 8% schlägt, dabei aber eine Gebühr von 12.5% bezahlt, langfristig Verluste verbuchen. Hier ist die Rentabilität der Turniere geringer als der Rake. Das führt dazu, dass viele Spieler, die an den Tischen mehr Chips gewinnen als verlieren, langfristig keine Profite verbuchen können.
Daher sollte man die Rakestruktur eines Pokeranbieters stets bei der Wahl seines Spielformats berücksichtigen.
Eine Möglichkeit, dem enormen Einfluss des Rakes entgegenzuwirken, besteht darin, Pokerseiten mit guten Rakeback-Deals auszuwählen. Hierbei wird einem als Zeichen der Loyalität ein Teil der Gebühren zurückbezahlt. In einem weiteren Artikel werden wir uns noch ausführlicher mit diesem Thema befassen.
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