Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: Populationstendenzen

Kann das Umfeld, in dem man Poker spielt, Hinweise über das Spielverhalten der Gegner liefern? Mithilfe von Populationstendzenzen lassen sich Annahmen treffen, noch bevor die erste Hand ausgeteilt wird.





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Lässt sich die Spielweise eines ganzen Feldes verallgemeinern?

Einer der Vorteile der GTO-Strategie besteht darin, dass keine spezifischen Reads auf die Gegner erforderlich sind. Erst nachdem man zusätzliche Informationen über das Spielverhalten der Gegner gesammelt hat, kommen gezielte Exploits zum Einsatz. 

Doch schon bevor die Karten ausgeteilt wurden, lassen sich durch Populationstendenzen erste Annahmen über das potenzielle Spielverhalten der Gegner treffen. 

Populationstendenzen hängen maßgeblich vom Standort und der Einsatzhöhe ab. So könnte die Population eines $100-Turniers bei PokerStars beispielsweise ganz andere Tendenzen aufweisen als die eines $100-Turniers bei GGPoker. Auf dieselbe Weise könnte sich auch der Spielerpool eines $1/$2-Cashgames bei 888poker stark von dem eines $1/$2-Tisches in Las Vegas unterscheiden. 

Ein typischer Polulation-Read könnte zum Beispiel lauten: "Die Spieler bei Unibet folden zu häufig den Turn" oder auch "Die Spieler in meinem örtlichen Casino spielen keine ausgewogenen Ranges". Mithilfe solcher Polulation-Reads können Exploits eingesetzt werden, ohne dass spezifische Informationen über bestimmte Gegner vorliegen. 

Das Niveau der Pokerräume variiert

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Individuelle Reads sind verlässlicher als Populationstendenzen

Doch wie verlässlich sind Polulation-Reads? Tatsächlich können solche Reads recht nützlich sein, denn allein aufgrund der Tatsache, an welchem Tisch ein Spieler sitzt, lassen sich erste allgemeine Aussagen über die Spielqualität treffen.

So würde vermutlich kaum jemand bestreiten, dass Live-Poker im Schnitt schwächere Spieler als Online-Poker anzieht. Genau so sind bei kleineren Online-Pokerplattformen weniger Regulars zu finden als bei den großen. Regional abgegrenzte Netzwerke, wie etwa in Frankreich, sollten allein aufgrund des limitierten Spielerpools tendenziell einfacher zu schlagen sein. Wenn HUDs auf Pokerseiten erlaubt sind, setzen erfahrene Spieler diese Statistiken häufig für gezielte Exploits ein. Auf Pokerseiten mit großem Sportwettenangebot finden Spieler mit einer Vorliebe für das Glücksspiel hin und wieder auch den Weg an die Pokertische. 

Die präzisesten Schlussfolgerungen sind jedoch möglich, wenn man Zugriff auf die gesamte Datenbank seiner Tracking-Software hat.  

Populationstendenzen bieten ähnlich wie GTO einen nützlichen Ausgangspunkt, um Entscheidungen gegen unbekannte Gegner zu treffen. Allerdings sind die persönlichen Tendenzen eines Spielers, insbesondere wenn diese durch die Statistiken einer Tracking-Software untermauert sind, eine deutlich verlässlichere Basis, um die richtigen Entscheidungen an den Tischen zu finden. 

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