Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: Backdoor-Draws

In der Vergangenheit galt es als "fischig" auf Backdoor-Draws zu spekulieren. Das Blatt hat sich aber in letzter Zeit gewendet, denn genau diese Kombos sind auch gute Hände, um zu bluffen.

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J8 ist ein Backdoor-Straightdraw

Ein Backdoor-Draw ist Hand auf dem Flop, die erst am River zu einem Flush oder einer Straight vervollständigt werden kann und deshalb auf aufeinanderfolgende Karten angewiesen ist.

Als Beispiel: KQ auf einem J36 Flop. Um am River eine Straße zu haben, muss beispielsweise der Turn eine Zehn und der River eine Neun oder ein Ass sein.

Ein Backdoor-Straightdraw oder -Flushdraw ist deutlich schwieriger zu treffen als ein normaler Draw, bei dem am Turn oder River nur eine Karte benötigt wird. Aus diesem Grund ist es nicht sinnvoll, mit solchen Händen passiv zu agieren.

Allerdings haben die Solver in den letzten Jahren gezeigt, dass Backdoor-Hände eine gefährliche Waffe sein können, wenn sie richtig gespielt werden.

Gute Hände für aggressives Spiel

Backdoor-Draws sind hervorragende Hände für Bluffs, da bei entsprechenden Turn-Karten, sehr profitable Bluffs möglich sind und auch auf dem River noch versteckte starke Hände getroffen werden können. 

Ungeachtet dessen, was einige Pokerfilme vielleicht vermuten lassen, sollte man aber nie komplett mit Air bluffen. Wenn beispielsweise nach der Turnkarte ein Straightdraw möglich ist, wird der Bluff deutlich profitabler.

Doppelte Backdoor-Hände, also Kombinationen, die am River sowohl einen Straight als auch einen Flush ergeben können, sind besonders gut geeignet, um sie aggressiv zu spielen. Diese Hände sind ebenfalls sehr gute Check-/Raise-Kandidaten, da man in der eigenen Range auch stets Bluffs integrieren sollte. 

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Diese Hand kann sich zu einem Backdoor-Flush oder einer Backdoor-Straight verbessern

Im obigen Beispiel gibt es sehr viele Turnkarten, die sich gut für einen Semibluff eignen. Die besten Optinonen sind K und/oder Q, da am River sowohl ein Flush als auch eine Straße möglich ist.

In diesem Fall ist es auch deutlich wahrscheinlicher, vom Gegner ausgezahlt zu werden, insbesondere wenn der Backdoor-Draw aggressiv gespielt wurde. 

Gelegentlich ergibt es auch Sinn, Backdoor-Draws eher passiv zu spielen und nur zu callen, insbesondere wenn der Einsatz im Verhältnis zum Stack gering ist und Villain ein Freizeitspieler ist. Im Allgemeinen sollten Backdoor-Draws jedoch entweder aggressiv oder gar nicht gespielt werden. Häufig muss der Pot ohne Gegenwehr gewonnen werden – denn die Chance, den Backdoor-Draw tatsächlich zu treffen, ist natürlich relativ gering. 

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