Poker-Grundlagen: The Fundamental Theorem Of Poker
Eine zentrales Konzept aus David Sklanskys Pokerklassiker hat seine Gültigkeit bis heute: Wie weit unterscheidet sich das eigene Spiel von jemandem, der die Karten der Gegner kennt?
David Sklansky
Nachdem wir uns in einem vorherigen Artikel bereits mit den Sklansky Bucks beschäftigt haben, widmen wir uns nun einem weiteren Konzept des Autors David Sklansky.
Die Kernaussage aus Sklanskys Werk The Theory of Poker beschreibt einen wichtigen Lehrsatz für das Pokerspiel, das Fundametal Theorem of Poker.
Um es wörtlich aus dem Buch zu zitieren, besagt das Theorem Folgendes:
"Jedes Mal, wenn man ein Blatt anders spielt, als man es gespielt hätte, wenn man die Karten der Gegner sehen könnte, gewinnen diese. Und jedes Mal, wenn man ein Blatt so spielt, wie man es spielen würde, wenn man alle Karten der Gegner sehen könnte, verlieren diese.
Umgekehrt gewinnt man jedes Mal, wenn die Gegner ein Blatt anders spielen, als sie es gespielt hätten, wenn sie alle Karten sehen könnten. Und jedes Mal, wenn die Gegner ein Blatt so spielen, wie sie es gespielt hätten, wenn sie alle Karten sehen könnten, verliert man."
Ein Spiel mit unvollständigen Informationen
Ein Klassiker der Pokerliteratur
Poker ist ein Spiel mit unvollständigen Informationen, bei dem weder bekannt ist, welche Karten zukünftig ausgeteilt werden, noch welche Karten der Gegner hält.
Wenn man sich allerdings für einen Moment vorstellt, die Karten der Gegner zu kennen, könnte man in jeder Situation den perfekten Spielzug finden. So könnte man nicht nur jedes Mal aussteigen, wenn der Gegner ein Monster hält, sondern auch jede schwache Hand, die einen schlägt, durch einen Bluff vertreiben. Zudem könnte man mit chirurgischer Präzision Valuebets platzieren, wenn man gerade die beste Hand hält.
Auch wenn man in der Praxis natürlich nie in der Lage sein wird, genau das exakt zu replizieren, bietet das Konzept dennoch einen hilfreichen Ausgangspunkt, das eigene Spiel abseits der Tische zu verbessern. Die Überlegung, welche Entscheidungen man getroffen hätte, wenn man die Karten des Gegners gekannt hätte, ist eine wertvolle Übung, um sich der idealen Strategie anzunähern.
Eine besonders nützliche Eigenschaft des Fundamental Theorem of Poker besteht darin, dass es den Spielern hilft, besser mit der charakteristischen Ungewissheit umzugehen, die mit Poker einhergeht. Gelingt es einem, sich der idealen Spielweise anzunähern, wird es nicht mehr zwingend erforderlich sein, die Karten der Gegner zu kennen, um den bestmöglichen Spielzug zu finden.