Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

GTO-Pokertheorie: Das philosophische Rasiermesser

Ein Konzept aus der Erkenntnistheorie liefert uns wertvolle Entscheidungshilfen, geradezu maßgeschneidert für ein Spiel, in dem das Glück ständig auf Messers Schneide steht.

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Glück ist formbar

Wer sich für Poker interessiert, bekommt zwangsläufig auch Einblicke in andere Wissens- und Themenfelder wie Wirtschaft, KI, Psychologie und Spieltheorie. Daher gibt es eine neue Artikelreihe, in der ich einige der wichtigsten Themen abdecke, die auch Anwendung beim Spiel finden, das wir alle kennen und lieben.

Das philosophische Rasiermesser ist ein Prinzip, das dazu dient, komplexe Ideen oder Argumente zu vereinfachen und zu schärfen. Dieses metaphorische Konzept wird bei der Entscheidungsfindung und Problemlösung eingesetzt, indem unnötige Annahmen oder Erklärungen ausgeschlossen werden.

Als Faustregel lässt sich daraus ableiten, dass man sich bei zwei gleichwertigen Optionen für diejenige entscheiden sollte, die wahrscheinlicher zum Erfolg führt. Insbesondere beim Poker treten ständig Situationen auf, in denen das Glück auf Messers Schneide steht. 

Dem Glück auf die Sprünge helfen

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Varianz ist beim Poker allgegenwärtig

Selbst bei der scheinbar unbedeutenden Entscheidung zwischen einem Filmabend zu Hause und einem Barbesuch könnte es ratsam sein, die Bar zu wählen. Schließlich besteht hier die Möglichkeit, neue Freunde zu finden oder sogar der Liebe seines Lebens zu begegnen. 

In Großbritannien gibt es ein Sparprodukt namens Premium Bonds, das hierzulande als Gewinnsparen bekannt ist. Diese Anlageoption verspricht derzeit einen durchschnittlichen Ertrag von etwa 3%, vergleichbar mit herkömmlichen Sparkonten. Der Clou liegt jedoch darin, dass die Renditen für den Einzelnen zufällig sind. Während einige leer ausgehen, werden andere mit einem Millionengewinn überrascht. Im Durchschnitt bleibt die Rendite jedoch konstant bei 3%.

Diese Anlageform beinhaltet keinerlei versteckte Kosten, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit erhält man eine Rendite, die nahe am Durchschnittswert liegt. Dennoch besteht die Chance, vom Glück gesegnet zu werden, was bei einem vergleichbaren Sparkonto nicht gegeben ist. Dies ist ein Paradebeispiel für das philosophische Rasiermesser, denn es liegen zwei gleichwertige Optionen vor, wovon eine das Potenzial für eine lukrative Überraschung bereithält. 

Schaffe dir Gelegenheiten für Glück

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Manche Formate sind durch einen hohen Glücksfaktor geprägt

Ich persönlich habe immer ein etwas ungutes Gefühl dabei, den Glücksfaktor beim Poker zu betonen, da ich kein rücksichtsloses Spiel fördern möchte. Doch wenn man ohnehin vor der Wahl zwischen zwei gleichwertigen Entscheidungen steht, sollte man stets die vorteilhaftere Option bevorzugen. 

Beim Poker gibt es bestimmte Formate, die zwar durch einen höheren Glücksfaktor geprägt sind, dafür jedoch asymmetrische Chancen bieten.

Bei der Wahl zwischen HUSNGs und Spin & Go würde ich mich persönlich stets für Spin & Gos entscheiden, da hier die Chance auf einen enormen Multiplikator besteht. Obwohl beide Formate ähnlich sind, birgt nur eines das Potenzial, dich binnen weniger Minuten zum Millionär zu machen. 

Die Suche nach asymmetrischen Chancen

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Das Ausloten von Vorteilen ist kein Glücksspiel

Wenn sich zwei Cash-Games nur geringfügig in ihrer Rake-Struktur und Spielstärke unterscheiden, sollte die Chance auf einen Bad-Beat-Jackpot das überzeugende Argument bei der Entscheidung liefern. Ähnlich wie bei Spin & Gos ist ein großer Gewinn zwar selten, aber möglich. 

Auch der Blick auf laufende Promotions lohnt sich. Erst kürzlich hatte ich das Glück, ein PKO-Leaderboard zu gewinnen. Hätte ich eine vergleichbare Glückssträhne auf einer Plattform ohne MTT-Rangliste erlebt, hätte ich mich mit den reinen Turniergewinnen begnügen müssen.

Poker ist zweifellos ein Geschicklichkeitsspiel, und das philosophische Rasiermesser sollte nicht beeinflussen, wie du deine Karten spielst. Es ist jedoch bemerkenswert, dass das Glück bei kaum einem anderen Geschicklichkeitsspiel so häufig auf Messers Schneide steht wie beim Poker. Daher sollte man das Element des Glücks nicht scheuen, sondern lernen, es zu lieben. 

Welche Theorien, die nicht aus der Pokerwelt stammen, haben eurem Spiel geholfen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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